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Baumschutz

Liste der vergangenen und aktuellen Kämpfe für die Erhaltung der Natur in Köln

Seit Jahren kämpfen Bürger-Initiativen und -Vereine, wie der Verein Nabis e.V. für den Schutz der Natur und insbesondere der Bäume in Köln. Zuletzt mit großem Aufwand für die Erhaltung von 300 Bäumen entlang der Bonner Straße im Kölner Süden oder für die Erhaltung des Hambacher Waldes vor den Toren Kölns. Der Kampf um die Bäume ist dringlicher denn je, nicht nur wegen den spürbaren Auswirkungen des Klimawandels, sondern weil in der Stadt Köln immer noch ein ungeschriebenes Gesetz angewendet wird, was da lautet, "Baurecht geht vor Baumrecht." Den Bauherren und Straßenbauern wird jeder Wunsch nach Baumfällungen direkt von den Augen abgelesen.

Da wird der noch bestehende Natur- und Baumschutz (den es tatsächlich auch noch gibt) in Köln systematisch abgeschwächt und ausgehebelt, trotz Klimawandel!

Lest euch dazu den unten stehenden Einschätzungen zur 12. Fortschreibung des sogenannten "Landschaftsplans" durch!

Leider ist an keiner Stelle der Kampf um Bäume und Natur gewonnen worden. Hier eine kleine Liste der Fronten:

Beispiel eins, der Hambacher Wald

Hatte das Oberverwaltungsgericht Münster im Oktober 2018 angeordnet, dass der Wald erst einmal nicht abgeholzt wird, wie die NRW - Grünen und NRW-SPD es seinerzeit beschlossen hatten, wird jetzt die Kohlegrube so nah an den Waldrand gebaggert, dass die Bäume dort nicht mehr abgesägt werden müssen, sondern einfach vertrocknen oder von alleine ins 480 m tiefe Loch hineinpurzeln. Daher haben sich auch die Baumschützer wieder in den Wald aufgemacht und haben Bäume besetzt.

Beispiel zwei, die Bonner Straße

Den Anwohnern der Bonner Straße präsentierte die Stadtverwaltung eine veraltete und unausgereifte Bauplanung, die die Stadt – trotz dem Vorhandensein von vernünftigen Alternativen – nicht aufgeben wollte. Diesem Starrsinn fielen im Herbst 2017 300 Bäume zum Opfer.

Der autogerechten Schienenausbau-Planung auf der Bonner Straße soll nun ein weiterer Tunnelbau für die Schiene, die sogenannte "Ost-West-Achse" folgen. Die Schienen sollen in den Keller gelegt werden, damit oberirdisch mehr Platz für das Auto entsteht. Im vergangenen Dezember hat die Stadt Köln den Startschuß für dieses neue Tunnel-Projekt, der sog. "Ost-West-Achse"gegeben.

Beispiel drei, die städtische Verdichtung

Im ganzen Stadtgebiet wird, wo immer es möglich ist, „nachverdichtet“, d.h. es wird mittels „beschleunigtes Bauverfahren“ dort gebaut, wo noch zwischen den Häusern etwas Platz ist. Meistens da, wo noch die letzten Grünflächen und Bäume zwischen den Häusern sind. (...ist übrigens ein Konzept, dass von den Grünen befürwortet wird!)

Ein aktuelles Beispiel für städtische "Verdichtung", ist ein Bauprojekt der Genossenschaft "Fortschritt" an der Mannsfelder Straße im Kölner Stadtteil Raderberg. Jetzt hat die Genossenschaften dort 80 Wohneinheiten in einem 20iger Jahre Baustil, mit Selbstversorger Gärten und viele große Bäume im Hinterhof. Nach Abriss und Neubau des ganzen Gebäudeskomplex haben sie 86 Wohnungen, die alle etwas größer sind, als die alten Wohnungen. Dafür gibt es hinter den Wohnungen keinen Wald-Garten mehr, wo die Kinder drin spielen können und keine Bäume. Stattdessen gibt es eine Autogarage.

Beispiel vier, bauen ohne Rücksicht auf bestehende Grünflächen und Bäume

Beispiel: Raderthalgürtel in Raderberg. Hier war der Plan, eine Reihe von Autoverkaufsgeschäfte entstehen zu lassen. Die Bäume hätten den freien Blick in die Schaufenster behindert und sollten sämtlich gefällt werden. Nun ist das Projekt vom Tisch und es soll ganz etwas anderes gebaut werden und trotzdem sollen alle Bäume weg!

Beispiel fünf, der Grüngürtel soll weiter verkleinert werden

Im historischen Grüngürtel, genau auf den sogenannten Gleuler Wiesen sollen großflächig 4 große und 3 kleine Fußballplätze mit Plastikrasen hingebaut werden. Das ist auch deswegen tragisch, weil schon seit geraumer Zeit Bereiche des Grüngürtels Stück für Stück angeknabbert und bebaut wird. Hier die Liste der Verluste.

Beispiel sechs, Kleingärten bebauen

Neueste Idee, die Kleingärten sollen verschwinden und bebaut werden. Kein Witz!

Beispiel sieben, Baumfällungen am Rheinufer

Am Rheinufer in Köln Mülheim wurden sehr viele Bäumen gefällt. Hier Bilder davon und hier der Briefwechsel mit einem Zeugen des Baum-Massakers.

Beispiel acht, Fällungen an Autobahnen und Bahnschienen

Auch entlang von Autobahnen und Bahnschienen wird seit einiger Zeit großzügig gefällt. Hier ein wdr-Bericht dazu

Beispiel neun, die Verkehrssicherheitspflicht

Die Verkehrssicherheitspflicht wird in Köln extrem hysterisch interpretiert.Und zwar so, dass immer wieder Bäume auf Verdacht (ist der Baum krank oder nicht?) und auf Grund von Panik des Baumkontrolleurs (komme ich in den Knast, wenn doch ein Ast runterfällt?) gefällt werden.

Beispiel zehn, Bäume-Fällen in der Provinz

Selbst auf dem Land wird viel gefällt! Es erreichen dem Verein immer häufiger Hilferufe und Anfragen, wie man Baumfällungen hier und dort verhindern kann. Selbst aus dem ländlichen Bereich kommen Anfragen, wie Bäume vor städtischem Baumfrevel geschützt werden können. Hier ein Beispiel aus der Eifel.

Und das alles, obwohl die Klimaveränderung in Sieben-Meilen-Stiefeln auf uns zueilt! Anfang Mai 2019 wurde erstmals eine CO2-Konzentration in der Atmosphäre von über 400 ppm gemessen! Die Zunahme der CO2 - Konzentration geschieht immer schneller und dabei hundert Mal schneller als am Ende der letzten Eiszeit!

England und einzelne deutsche Städte, wie beispielsweise Köln haben inzwischen den Klimanotstand ausgerufen.

Wen wundert es also, dass sich inzwischen Schülerstreiks gegen Naturzerstörungen entwickelt haben, wie z.B. die "Friday for Futur" -Bewegung oder die rebellierenden Jugend-Banden gegen das Aussterben: Extinction Rebellion, die radikalere Widerstandsformen erproben und entwickeln wollen ?

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