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Nord-Süd-U-Bahn

Zweite wissenschaftliche Fachtagung zum Thema Nord-Süd-Bahn

Nach Bürgerversammlungen und öffentlichen Vorträgen zu der abgelehnten Planung im Frühjahr dieses Jahres, wurden im Sommer zwei Fachtagung zu dem von der Stadt Köln vorgelegten Bau-Plan veranstaltet. Die Bürger glaubten der Stadt Köln schlicht nicht, dass es keine Alternative zu der von der Stadt und KVB vorgelegt Planung gibt, bei der 350 Bäume abgeholzt werden müssen. Auch konnten die Vertreter der Stadt Köln und der Chef der KVB Jürgen Fenske bei öffentlichen Diskussionsveranstaltung mit den Bürgern über die Nord-Süd-Bahn ihre Planung nicht plausibel verteidigen. KVB und Stadt Köln weigerten sich schlicht, die Kritik der Bürgerinitiativen ernst zu nehmen.

Daher luden die Bürger-Initiativen zu zwei Fach - Tagungen zur 3. Ausbaustufe ein, um die vorgelegte Planung mit ausgewiesenen Fachleuten besprechen und überprüfen zu können. Und, um auf gleicher Augenhöhe mit den Planern der Stadt Köln mitsprechen zu können.

Hier der Forderungs-Katalog einiger Bürgerinitiativen vor den Tagungen. Hier die letzte, von allen Initiativen unterschriebene, Version des Forderungs-Katalogs.

Die Ergebnisse der zweiten Fach-Tagung vom 7. August

Die Fachtagungen hatten das Ziel, die Planung zur 3. Ausbaustufe zu analysieren und einer sachlichen, wissenschaftlichen Kritik zu unterziehen. Die Ergebnisse der ersten und zweiten Tagung machen vollends deutlich, dass aus fachlicher und technischer Sicht, die von der Stadt Köln vorgeschlagenen Schienenausbauplanung erhebliche Mängel aufweist und dass es sehr wohl technische Alternativen dazu gibt. Die Ergebnisse der zweite Tagung finden sich hier in einer Kurzfassung

Und hier in einer Presseerklärung vom 21. September von Robert Rademacher.

Hier das ganze Ergebnis-Protokoll (Langfassung)der zweiten Fachtagung zusammengefasst von Herrn Professor Heiner Monheim.

Hier der Bericht des KstA vom 22. September zu der Fachtagung.

Stadt und KVB haben kein Verkehrs-Konzept

Resümierend lässt sich sagen, dass die Planung - obwohl es sich um eine Schienenausbaus-Planung handeln soll, eine Planung ohne ein erkennbares Verkehrs-Konzept ist. Weil eben ein solches zukunftsweisendes Konzept fehlt, scheuen sich die Planer auch die völlig überdimensionierte Vorrangstellung des Autoverkehrs im öffentlichen Raum (Bonner Straße, Schönhauser Str.) konsequent zurückzunehmen und das Schienenangebot wirklich zu vergrößern. Die Stadt Köln hangelt sich von Baustelle zu Baustelle.

Obwohl die Stadt Köln richtigerweise zwischen Schönhauser Straße und Gürtel die Bonner Straße in beiden Richtungen jeweils einspurig zurückbauen will, will sie gleichzeitig die Kreuzung Schönhauser Straße / Bonner Straße zu einer Monster-Kreuzung mit 21 Fahrspuren aufspreizen.

Obwohl dass das eigentliche Ziel dieser Planung ist, den Autoverkehr auf den städtischen Straßen herunterdimmen, soll der Autoverkehrsfluss auf der Kreuzung Schönhauser Straße jeden Fall „gesichert werden“. Die Bäume sind dabei selbst den Grünen egal. Hauptsache der Autoverkehr rollt.

Obwohl die Stadtplaner anerkennen, dass die Bewohner des anliegenden Stadtteils Marienburg keinen zusätzlichen Auto-Ausweichverkehr in ihren Stadtteil haben möchten, ist das für die direkten Anwohner an der Bonner Straße egal.

Obwohl die Attraktivität der Bahn wegen ihrer hohen Geschwindigkeit hoch sein soll, ist die zukünftige Spaltung und Unüberquerbarkeit der Bonner Straße in vielen Bereichen durch die zukünftige Hochflurbahn kein Vorteil für Anwohner und Fahrgäste.

Obwohl es sich um ein ökologisches Schienenausbau-Projekt zur Reduzierung des Autoverkehrs handelt, soll ein Parkhauses für 600 Autos mitten in einem Verkehrs-Engpass mit 40.000 Autobewegungen pro Tag gebaut werden.

Obwohl viele Autofahrer -mit Parkplätzen vor ihren Haustüren- in die Bahn umsteigen sollen, werden die Entfernungen von den Haustüren der Anwohnern bis zu den Haltestellen der neuen Bahn noch weiter weg liegen, als sie jetzt schon sind.

Obwohl die Blechlawinen auf der Bonner Straße täglich unübersehrbar sind, hat sich die Stadt bisher geweigert, den weiteren Schienenausbau bis nach Meschenich (4. Ausbaustufe) überhaupt ins Auge zu fassen.

Obwohl es sich um ein ökologisches Projekt handelt, wird keinen Wert auf die Erhaltung von 350 Bäumen gelegt.

Obwohl es um die Reduzierung des Autoverkehrs geht, vergrößert und verhässlicht die Stadt die Kreuzung Schönhauser Straße /Bonner Straße!

Ökologie und Ästhetik spielt für die Stadt keine Rolle

Abgesehen von von diesen konzeptionellen Widersprüchen muss feststellt werden, dass bei der städtischen Planung für die 3. Ausbaustufe die Frage der Bäume im Hinblick auf die Volks-Gesundheit und Stadtökologie keine Rolle spielen. Die Auswirkungen des immer schlimmer werdenden Klimawandels sind den Planern völlig schnuppe. 350 Bäume an einer großen Ausfallstraße spielen, von wegen der Stickoxid-, Feinstaub- der Temperatur- und Krach- Reduzierung durch das Blattgrün keine Rolle. Zumal zu erwarten ist, dass bei diesem zusätzlichen Angebot von 2,1 km Schiene entlang der Bonner Straße und der zu erwartenden Bauzeit für die noch nicht fertig gestellten 1. Baustufe bis 2024, dieser kleine Teilabschnitt wohl kaum den Auto-Verkehr auf der Bonner Straße reduzieren wird.
Neuere Ergebnisse und Alarmzeichen zu der Abgasbelastung durch den Autoverkehr werden noch nicht einmal zu Kenntnis genommen. Hier der ganze Bericht von Greenpeace. Auch übergeordnete Kenntnisse über den Zusammenhang zwischen den Leistungen der (Rest-)Natur in der Stadt, der Wertschöpfung der Wirtschaft und dem menschlichen Wohlergehen sind kein Thema bei der Stadtplanung in Köln. Hier ein zusammenfassender Überblick.

Du sollst nicht falsch gegen Deinen Nächsten planen

Abgesehen von den ökologischen Auswirkungen der Nachfolgemaßnahmen der 3. Ausbaustufe, interessiert sich die Stadtverwaltung auch nicht für die städtebaulichen-ästhetischen Folgen, die die Verwirklichung dieser Planung für die Kreuzung Schönhauser Straße unweigerlich mit sich bringen würde. Tatsächlich steht die Stadt Köln städtebaulich in der unseligen Tradition derjenigen Städte, die nach dem zweiten Weltkrieg ihre eigenen noch verbliebenen schönen Plätze (z.B. Barbarossa Platz, Ebert Platz) für den Ausbaus der Autogerechten Stadt verschandelt haben. Dabei sind Plätze Orte des gesellschaftlichen Austauschs, ihre Gestaltung und ihre Atmosphäre sind von allerhöchstem Bürger-Interesse und können nicht einfach ignoriert werden. Hier ein Artikel dazu aus der FAZ vom 20. Mai 2016. Zweiter Teil.

So setzt sie diese Politik der Verschandelung unserer Plätze mit der jetzigen Planung für die 3. Ausbaustufe schnurstracks fort. Der Blick für das Ästhetische kommt bei dieser Planung völlig abhanden, obwohl Städte für Jahrhunderte gebaut sind. Ein Beispiel dafür ist auch die Kreuzung Schönhauser Straße/ Bonner Straße.

Monsterkreuzung vermeiden!

Obwohl die Kreuzung bereits häßlich genug ist, plant die Stadt mit der Philosophie des gnadenlosen Pragmatismus und Funktionalismus die Vergößerung der Kreuzung Schönhauser Straße/ Bonner Straße / Marktstraße auf noch häßlicher.

Der Platz wird der Bäume, des Tälchens und der Denkmäler beraubt, die daran erinnern, dass es einmal eine Zeit gab, in der Städtebau mit Harmonie und Schönheit zu tun hatte. Die sowieso schon grund-häßliche und menschenfeindliche Kreuzung soll noch autogerechter, zu einem Autobahnkreuz mit finster drein schauenden Betonkästen aufgespreizt werden. Norden Süden Nord-Westen Nord-Osten Nord-Nord-Westen

Zwischen den neuen in Asphalt gegossene Kanäle sollen sich zukünftig noch mehr Auto-Verkehrsströme ergießen,-zu Lasten aller anderen Verkehrsteilnehmer. Die globalisierte, autogerechte Stadt soll hier ihr vorläufiges physikalisches Maximun erreichen. Hässlicher und lebensfeindlicher geht`s nimmer.

Und Herr Fenske von der KVB, ein Schienenausbau-Mann spricht von einem „Maßanzug“ für die Bonner Straße! So möchte sich die Stadt Köln einen weiteren städtebaulichen Offenbarungseid asphaltieren.

Dass die Bäume und Denkmäler bei einer zukunftstauglichen Planung ohne weiteres gerettet werden könnten, interessiert bislang die städtischen Planer und auch die etablierte grüne Politik nicht.

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