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Bürgerinitiative legt Stadt neue Planung vor und zeigt, dass die Mehrzahl der Bäume an der Bonner Straße nicht gefällt werden müssten!

Neue Verkehrsdezernentin Blome muss nun erklären, ob sie die Anregung der Bürger in den Bauplan aufnimmt!

Der größte Teil der Bäume könnten gerettet werden, wenn die Stadt ihre Planung modifiziert. Es gibt Alternativen, die auch die Ziele der Stadt und der KVB erfüllen, aber den Baumbestand schonen! Das sind die Schlussfolgerungen aus einer Untersuchung und einer planerischen Darstellungen von Verkehrs-Fachleuten, die der Verkehrsdezernentin Blome am 10. August überreicht wurde.

Der Initiativkreis Bayenthal-Marienburg (IKBM) und Initiative gegen Planungsirrsinn (Verein Nabis e.V.) haben die Fa. Oculus 3 Ds beauftragt, in verschiedenen Simulationen des südlichen Teils der Bonner Straße zwischen Gürtel und Verteilerkreis zu klären, ob es zur amtlichen Planung der Stadt und der KVB Alternativen gibt, die die Planungsziele der amtlichen Planung erfüllen, aber die Eingriffe in den Baumbestand minimieren. Dabei werden die in der amtlichen Planung verwendete Streifen für die Gleis-Trassen und Fahrbahnen meistens übernommen, aber in ihrem Verlauf modifiziert. Grundlage sind die Maße der amtlichen Planung.

Hier die zeichnerische Darstellung der städtischen Planung im Vergleich zu den Planungen der Bürgerinitiativen.

Oben: hier sieht man die Planung der Stadt Köln.

Mitte: die erste Baum-schonende Planung der Initiativen

Unten: die zweite Baum-schonende Planung der Initiativen

Grundlogik der amtlichen Planung: mittel-axial und daher baumvernichtend.

Die amtliche Planung hat als Ausgangspunkt und Ausgangslinie die ungefähre geometrische Mitte der Bonner Straße, um die herum die Stadtbahntrasse (grün gezeichnet) und die angrenzenden Fahrspuren (grau gezeichnet) und Seitenräume angeordnet werden. Hier sieht man eine nicht mittig (nicht-zentrisch) angeordneten Baumreihe der Bonner Straße. Standpunkt ist die Kreuzung Gürtel/Bonner Straße mit Sicht nach Süden zum Bonner Verteiler.

Nur für diese mittel-axiale (mittige)Schienen-Führung in der Planung werden die nicht in der Mitte und die an den Rand gelegenen Baumstreifen geopfert, weil sie den dann benötigten Flächen für die beiden Gleistrassen „im Weg stehen“!

Alternativplanung orientiert sich auf die durchgehende Baumreihe

Die Alternativplanung hat ein anderes Konzept. Sie will nicht in der Mitte der Bonner Straße die Schienen legen, sondern nimmt die durchgehende Baumreihe mit ihrem alten Baumbestand als Orientierunglinie. Die Schienentrasse wird um die nicht in der Mitte liegenden Baumreihe herumgeführt und schließt daran die nötigen Flächen für die Fahrbahnen, die Radwege und Gehwege an. Dadurch kann die stadtbildprägende Baumreihe weitgehend erhalten bleiben.

Hier noch einmal die beiden unterschiedlichen Planungen.

Die beiden alternativen Planungen sind die jeweils unteren Darstellungen. Bei den bunten "Streifen" handelt es sich um

dunkelgrün = Baumstreifen (der jetzige Bestand)

hellgrün = die Schienentrasse (die hellgrün gemalt worden ist, weil auf dem Gleisbett ein Rasen angepflanzt werden soll)

gelb = Fahrbahnen auf der Bonner Straße Richtung Süden (Richtung Bonner Verteiler)

blau = Fahrbahnen auf der Bonner Straße Richtung Norden (Richtung Chlodwigplatz) rot = Fahrradweg

grau = Bürgersteig

links der Darstellungen = Süden

rechts der Darstellungen = Norden

oben = Osten

unten = Westen

Vor diesem Hintergrund wurden neben der städtischen Planungen zwei verschiedene Planungsmöglichkeiten ("Optionen") erarbeitet und simuliert, die einen weitgehenden Baumerhalt ermöglichen:

Insgesamt gäbe es vier Optionen, vier Möglichkeiten so zu planen, dass die Bäume erhalten bleiben können. Der Einfachheit halber werden diese hier nicht diskutiert.

Bewertung im Vergleich der amtlichen und alternativen Planung

Gemeinsamkeit: breites, grünes Band:

Es entsteht in beiden Optionen eine breites grünes Band aus Baumstreifen plus grünes Rasengleis. Der erhaltene Baumbestand erhält das hohe ökologisch-stadtklimatische Potenzial. Die Bonner Straße erhält ein städtebaulich anspruchsvolles Gesicht. Partiell sind weitere Neupflanzungen in den Seitenräumen möglich.

Geringere Dominanz der Fahrbahnen:

Die bisherige Dominanz der Fahrbahnflächen mit dem Eindruck eine Haupteinfallstraße kann deutlich reduziert werden. Stattdessen entsteht der Gesamteindruck einer respektablen Allee. Dieser Vorteil gilt ganz besonders für Option 1, hier dominiert der breite Grünstreifen das Gesamtbild.

Ökologische Vorteile: Der weitgehende Erhalt der Bestandbäume hat in beiden Optionen stadtgestalterisch und ökologisch große Vorteile.

Unterschiedliche Symmetrieoptionen: In Option 1 wir der Straßenraum stärker symmetrisch geprägt, in Option 2 mehr exzentrisch, d.h. von der Mitte weg.

Anordnung von Masten und Haltestellen: In Option 1 können die Masten und Abspannungen im Baumstreifen mittig angeordnet werden, ebenso die Haltestellen. Dadurch können der Wechsel in den Breiten zwischen Schienenstrecke und Haltestelle vermieden werden. Der Straßenraum wird dadurch ruhiger und einheitlicher.

In Option 2 müssen wie in der amtlichen Planung die Mittelbahnsteige in entsprechenden Aufweitungen aufgenommen werden. Das zwingt auch zu entsprechenden Verschwenkungen der Fahrbahnen um die Baumreihe herum.

Ob in Option 2 die Masten für die Oberleitungen auch noch in der Baumreihe angeordnet werden können, mit dann weit über beide Gleistrassen auskragenden „Armen“, muss geprüft werden. Wenn nicht, sind weitere Flächen für die Gegenmasten auf der östlichen Seite nötig.

Mögliche Kosteneinsparungen:

Auf der Kostenseite kann man mit erheblichen Einsparungen rechnen, weil der Baumbestand erhalten bleiben kann.

Verzicht auf Buswendeschleife:

Beide Optionen verzichten auf die Buswendeschleife, die mit besonders starken Eingriffen in den Grünbestand (zudem auch in den Bereich des alten Friedhofs) verbunden ist. Die Bus-Schiene-Verknüpfung kann funktional durch konventionelle Haltestellen am Fahrbahnrand gesichert werden. Durch Weiterführung bis zum Gürtel kann eine weitere Bus/Bus/Schiene-Verknüpfung erreicht werden.

Lärm und Erschütterungen: Bei beiden Optionen können die Lärmemissionen und Erschütterungen der Stadtbahn durch die Rasengleise und gummigepufferte Verlegungstechniken der Gleise gering gehalten werden.

Hier die vollständige Beschreibung der alternativen Planung.

Wie sehen die Querschnitte der alternativen Planung aus?

Die Fragen die die alternativen Planer jetzt beantworten mussten, waren:

  1. Wie breit sind diese bunten "Streifen" (Fahrbahnen u.s.w.) in der Alternativplanung?
  2. Passen diese überhaupt mit ihren Breiten auf die Bonner Straße?
  3. Gibt es nicht Fahrbahnbreiten, die nicht unterschritten werden dürfen?
  4. Passen die alternativen Vorschlägen in den bereits genehmigten Plan hinein?
  5. Hat die Stadt das Recht, den bereits genehmigten Plan jetzt noch - vier Wochen vor der Fällung der Bäume- zu modifizieren?

Die Beantwortung der Fragen finden sich in der nächsten Aussendung.

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