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Nord-Süd-U-Bahn

Nord-Süd-Bahn Chaos geht weiter. Von Krater zum Kahlschlag!

Die Bahn fährt daher von der Haltestelle Severinsstraße bis zum Bonner Wall (1. unvollständige Ausbaustufe) und schwenkt dann von der Bonner Straße ab (2. Ausbaustufe)in Richtung Rheinuferstraße. An der Südbrücke überquert die Bahn oberirdisch die Rheinuferstraße, um dann auf den Gleisen der Linie 16 nach Rodenkirchen weiter zu fahren. Die KVB hatte mit 11000 Fahrgästen am Tag gerechnet. Doch die Bahn ist eine Geisterbahn geblieben.

Die Stadt Köln plant nun die Nord-Süd-U-Bahn von der Marktstraße aus oberirdisch bis zum Bonner Verteiler zu verlängern, die sog. 3. Ausbaustufe. Doch die ursprünglich gute Idee den Autoverkehr an einer der wichtigsten Ausfallstraßen, der Bonner Straße reduzieren zu wollen, entwickelt sich jetzt zu einem ökologischen, verkehrstechnischen und finanziellen Desaster.

Jahrzehntelang bestand die Verkehrspolitik der deutschen Kommunen darin, die Städte autogerecht umzugestalten. Jetzt, wo man langsam einsieht, dass dies an physische Grenzen kommt, weil wir eigentlich keinen Platz mehr für so viel Fahrzeuge bzw. Stehzeuge in einer Stadt wie Köln haben, schwenken die Planer scheinbar langsam um. Auch seit dem sich der Gedanke, dass Verbrennungsmotoren auf Ölbasis auf den Schrottplatz der Geschichte gehören, weil die Klimaveränderung immer wildere Ausmaße annimmt, setzt man wieder auf die gut alte Schiene; die früher so gut funktioniert hat, die man aber demontiert hat, wo man nur konnte.

Doch nun planten in Köln heimliche Auto-Fans und Liebhaber von teuren Großprojekten mit wenig Sachverstand der elektrischen Straßen-bahn wieder eine Chance zu geben. Ein Resultat dieser neuen Denke war die Planung der Nord-Süd-Bahn, die 40 m tief, unterirdisch vom Breslauer Platz unter dem Dom hindurch, am historischen Archiv vorbei, unter der Severinstraße durch die Südstadt bis hin zur Marktstraße am Großmarkt gebaut wurde und vor fünf Jahren schon in Betrieb genommen werden sollte. Der Betrieb der 1. Ausbaustufe der Nord-Süd-Bahn kann wegen eines teuren und noch nicht untersuchten Kraters (1,2 Milliarden Euro) am Waidmarkt voraussichtlich erst im Jahr 2024 in die Gänge kommen.

Es stellte sich heraus, dass, der Bau dieser neuen U-Bahn, die den Dom zum Wackeln brachte, das historische Archiv in einen 40 m tiefen Krater verschluckte, zwei Menschenleben kostete, Kirchentürme schräg stehen ließ, Schäden an unzähligen Häusern entlang der Trasse verursachte, zu Verkehrsstaus und Dauerbau-stellen führte und eine Kostenexplosion von über 1,2 Milliarden Euro auslöste, keine kluge verkehrstechnische und bauliche Meisterleistung war. Mit so viel Geld hätte man oberirdisch auf jeden Fall eine Menge mehr für den öffentlichen Nahverkehr machen können!

Es war eine gute Idee der Schiene wieder eine Chance zu geben! Aber so? Konnte man den öffentlichen Nahverkehr nicht auch anders fördern, als durch eine U-Bahn, 40 Meter tief durch den sandigen Kölner Untergrund? Man konnte schon, aber die Stadtverwaltung wollte nicht! Man hantierte mit dem falschen Konzept!

Man hätte nämlich eine sinnvolle und kosten-günstigere Alternative zu dieser Nord-Süd-Bahn gehabt. Man hätte die Inbetriebnahme der alten Trasse der KBE, entlang des Rheins, die noch 1978 zwischen Bonn Hauptbahnhof und Köln Hohenzollernbrücke in 31 Minuten verkehrte, wieder ins Auge fassen können. Doch die Stadt Köln wollte das nicht!

Und nun, seit dem die 1. Ausbaustufe der Nord-Süd-Bahn als riesiges unfallgeplagtes, unter-irdisches Gebäude mit einem Sackbahnhof mitten auf der Bonner Straße auf Höhe des Großmarkts steht, soll nun bald die 3. Ausbaustufe in Angriff genommen werden.

Aber auch hier finden wir die gleiche Grobklotzigkeit. Kaum das die Bahn oberirdisch weiter geführt werden soll, sollen erst einmal 300 Bäume an Bonner Straße gefällt werden. 180 hat man schon für die 1.Ausbaustufe gefällt. Es soll eine denkmalgeschütze Allee teilweise abgeholzt, ein denkmalgeschützes kleines Tal teilweise mit Straße bebaut, ein denkmal-geschütze Villa aus dem Jahr 1870 abgerissen und ein großer (REWE)-Parkplatz um ein Drittel verkleinert werden.

Es soll die Schönhauser Straße vom Rheinufer kommend über den Parkplatz geführt und von zwei auf sechsspurig aufgespreizt werden. Die Straßenverbreiterung wird als Aufstellfläche zu dem zu erwartenden Rückstau von der Rheinufer Straße gebraucht (siehe 2. Ausbaustufe!). Man sucht sich die Lösungen für Probleme die man einst selber geschaffen hat. Eine echte Arbeits-beschaffungsmaßnahmen für die Bau-Konzerne die mit viel Steuergeld bezahlt werden!

Quert die zukünftig verbreiterte Schönhauser Straße die Bonner Straße, gelangt man zur Marktstraße, die zum Großmarkt führt. Auch die Marktstraße wird fünfspurig umgebaut und zwar so, dass möglichst viele Bäume und Natur weg-genommen werden und auch so dass der LKW - Verkehr zum Großmarkt, der ja noch bis mindestens in die zwanziger Jahre dort bleibt, zum erliegen kommen muss.

Des weiteren werden an der Marktstraße drei Behelfsheime für Flüchtlinge weggenommen, zwei weiter Gebäude niedergelegt. Zu dem wird die Bonner Straße zwischen Schönhauser Straße und Gürtel in beide Richtungen rückgebaut und einspurig. Fahrradwege werden teilweise weg-genommen, 230 Parkplätze fallen weg und jetzt noch vorhandene Haltestellen werden reduziert. Und: man befördert in dieser Gegend den Wohnungbau für Betuchte, die sicher alle ein Auto haben werden. Sozialer Wohnungsbau? Fehlanzeige! Stadtplanung? Kein Thema.

Das führt dazu, dass der Auto-Verkehr an der Bonner Straße nicht zurück gehen wird. Von der Bonner Verteiler kommend staut sich auf die Bonner Straße der Verkehr. Wohin drängt sich der sich stauende Auto-Verkehr dann? In die Anliegerstraßen in den Stadtteilen Marienburg, Raderthal, Bayenthal und Raderberg. Der Verkehr steht dann auch dort und verpestet Luft und zerstört Ruhe. Ist das die effektive Förderung des Personennahverkehrs, die zur Reduzierung des Autoverkehrs führt. Alles von Bund und Land bezahlt?

Obwohl beinah alle Aspekte dieser Planungen (3. Ausbaustufe der Nord-Süd-Bahn) der vorgegebenen Absicht, den öffentlichen Nah-verkehr zu fördern, widersprechen, haben sich fast alle Parteien (CDU, SPD, Grüne, Linke, FDP) hinter dieser unintelligenten Planung gestellt haben. Doch das Projekt verliert jede Legitimation durch die Bürger.

Es gibt keine Anwohner die diese Planung begrüßen! Im November 2015 gab es erstmals dazu eine Bürgerversammlung. Die versammelten Bürger sind mit einer Erklärung an die Stadt Köln herangetreten, in der sie die Stadt und die KVB unmissverständlich auf-fordert, auf die Planung unter den jetzigen Bedingungen zu verschieben. Die Planung muss neu überdacht werden!!

Die Kölner Initiative gegen Planungsirrsinn ruft für Samstags zu Spaziergängen gegen die geplante Verlängerung der Nord-Süd-Bahn auf. Wir wollen nicht nur die Bäume erhalten, sondern auch, dass das Projekt neu überdacht wird.

Samstags-Spaziergänge gegen den Planungsirrsinn. Treffpunkt Schönhauser Straße / Ecke Bonner Straße, 15.00 Uhr.

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