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Nord-Süd-U-Bahn

Nord-Süd-Bahn: Fragen eines besorgten Anwohners an die Stadt Köln

Von Hans Peter H. an das Amt für Brücken und Stadtbahnbau, Betreff: 3. Baustufe Nordsüdbahn

Sehr geehrte Damen und Herren,

wann fangen Sie mit den Bauarbeiten zwischen Marienburger Straße und Lindenallee an?

Wo können die Anwohner in dem Bereich in Zukunft ihre PKW parken, die derzeit in den Parktaschen geparkt werden?

Wie können Anwohner, die in der Mitte des Bereichs wohnen, von der linken auf die rechte Straßenseite gelangen, z.B. weil dort PKW in einer Tiefgarage abgestellt werden, ohne aus einem Fußweg von zur Zeit ca. 10 Metern über die Bonner Straße, einen Weg von Ca 200 bis 300 Metern zu machen?

Wie hoch wäre die prozentuale Entlastung, an PKW, der Bonner Straße auf diesem Stück, wenn tatsächlich 600 Pendler das Parkhaus nutzen würden?

Wie vermeiden Sie Staus bis auf die 555 ,und auf der Bonner Straße Richtung Autobahn, wenn diese 600 PKW in das Parkhaus einfahren wollen?

Wie vermeiden Sie Staus auf der Bonner Straße und in dem Parkhaus, wenn die 600 PKW abends wieder auf die Autobahn auffahren?

Vielen Dank für Ihre Antwort Hans-Peter H.


Henning Roehrig Projektingenieur Nord-Süd Stadtbahn 3. Baustufe antortete am 17.12.2013:

Sehr geehrter Herr H.

Wie von Frau Muéll, Amt für Brücken und Stadtbahnbau, angekündigt sende ich Ihnen nachfolgend die Antworten auf Ihre Fragen zur 3. Baustufe der Nord-Süd Stadtbahn:

Ihre Frage: Wo können die Anwohner in dem Bereich in Zukunft ihre PKW parken, die derzeit in den Parktaschen geparkt werden?

Meine Antwort: Um die Auswirkungen der 3. Baustufe auf den Parkraum zu untersuchen, wurde ein Ingenieurbüro mit der Anfertigung eines Parkraumgutachtens beauftragt. Das Gutachten, das sich z. Z. in Bearbeitung befindet, beinhaltet u.a. das Erarbeiten von Kompensationsmaßnahmen für entfallene Stellplätze. Ziel ist es, für die durch die Planung auf der Bonner Straße entfallenden Stellplätze einen möglichst ortsnahen Ersatz zu schaffen.

Ihre Frage: Wie können Anwohner, die in der Mitte des Bereichs wohnen, von der linken auf die rechte Straßenseite gelangen, z.B. weil dort PKW in einer Tiefgarage abgestellt werden, ohne aus einem Fußweg von zur Zeit ca. 10 Metern über die Bonner Straße, einen Weg von ca. 200 bis 300 Metern zu machen?

Meine Antwort: In der Mitte der Bonner Straße wird sich der besondere, als Rasengleis ausgebildete Bahnkörper befinden. Daher ist die Überquerung der Bonner Straße zukünftig nur noch an den als Z-Überwegen ausgebildeten Querungsstellen möglich. Hieraus ergeben sich leider unter Umständen Umwege für die Fußgänger, was der Sicherheit, die nur an den Überwegen gegeben ist, geschuldet ist.

Ihre Frage: Wie hoch wäre die prozentuale Entlastung, an PKW, der Bonner Straße auf diesem Stück, wenn tatsächlich 600 Pendler das Parkhaus nutzen würden?

Meine Antwort: Beim gewählten Standort der P+R-Palette wird die Bonner Straße nach Aussage des Gutachters, der die Machbarkeitsuntersuchung für die Realisierung der P+R-Anlage durchgeführt hat, nördlich der Straße Heidekaul um 420 Fahrten am Tag entlastet. Die Verkehrsbelastung der Bonner Straße (Bereich Militärringstraße bis Gürtel) liegt derzeit je nach Abschnitt bei etwa 25.000 – 30.000 Kfz/Tag. Durch die Realisierung der 3. Baustufe (inkl. P+R-Palette) wird der Verkehr in diesem Bereich, trotz mehrerer berücksichtigter Aufsiedlungen im Untersuchungsgebiet, lt. Verkehrsgutachten bis 2025 je nach Bereich um bis zu 1.300 Kfz/Tag abnehmen, was bis zu 4,9 % entspricht.

Ihre Frage: Wie vermeiden Sie Staus bis auf die 555 und auf der Bonner Straße Richtung Autobahn, wenn diese 600 PKW in das Parkhaus einfahren wollen?

Ihre Frage: Wie vermeiden Sie Staus auf der Bonner Straße und in dem Parkhaus, wenn die 600 PKW abends wieder auf die Autobahn auffahren?

Meine Antwort: Lt. Prognose aus der Untersuchung zur P+R-Palette werden in der morgendlichen Spitzenstunde 272 Pkw in die P+R-Palette einfahren, in der Abendspitze werden 303 Pkw die Palette verlassen. Im Verhältnis zu den Verkehrsmengen auf der Bonner Straße, der Militärringstraße und im Verteilerkreis Süd ist diese Menge relativ gering. Der Gutachter, der das Verkehrsgutachten für die Bonner Straße erstellt hat, wurde mit der Erstellung einer Verkehrsuntersuchung für den Verteilerkreis Süd beauftragt, in dem auch die Zu- und Ausfahrtsituation der P+R-Palette detailliert betrachtet werden soll. Das Ergebnis dieser Untersuchung wird als Grundlage zur Optimierung der Signalplanung und der Verkehrsabwicklung und somit der Vermeidung von Staus in diesem Bereich dienen.

Ich hoffe, Ihre Fragen damit zufriedenstellend beantwortet zu haben. Sollten Sie weitere Fragen haben, stehe ich Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen Im Auftrag Henning Röhrig

Stadt Köln - Der Oberbürgermeister Amt für Straßen und Verkehrstechnik Projektingenieur Nord-Süd Stadtbahn 3. Baustufe Stadthaus, Zimmer 10 C 09 Willy-Brandt-Platz 2 50679 Köln Telefon: 0221/221-27124 Telefax: 0221/221-27082 E-Mail: henning.roehrig@stadt-koeln.de Internet: www.stadt-koeln.de


Zweiter Brief von Heinz Peter H. an Henning Röhrig, Projektingenieur Nord-Süd Stadtbahn 3. Baustufe Gesendet: Sonntag, 20. Dezember 2015

Betreff: Re: AW: 3. Baustufe Nordsüdbahn

Sehr geehrter Herr Roehrig,

ich komme zurück auf Ihre Antwort vom Dezember 2015.

Sie schrieben, dass wegen der entfallenden Parkplätze nach einer Alternative gesucht wird. Wie ist das Ergebnis?

Sie schrieben, dass die Bonner Str. um 4,9% entlastet wird.

Bedeutet das, dass jetzt hunderte Millionen Euro ausgegeben werden, 300 Bäume gefällt werden, und die Bonner Straße in eine zusätzliche hässliche Straße in Köln verwandelt wird?

Eine deutlich größere Anzahl an Kölner Menschen erhebliche Nachteile, z.B. wegen der Parkplätze in Kauf nehmen muss, als auf der anderen Seite evt. Menschen von auswärts Vorteile haben werden?

Bedeutet das, dass die Anwohner eine noch schlechtere Luftqualität, wegen der fehlenden Bäume in Kauf nehmen müssen, wegen der im Verhältnis geringen Anzahl von Menschen von auswärts die evt. einen Vorteil von diesem Projekt haben werden?

Die 1.300 weniger an PKW Verkehr werden das nicht ausgleichen.

Bedeutet das, dass jetzt Gelder in ein Projekt investiert werden, nur weil die Gelder irgendwann mal von Menschen beantragt und genehmigt wurden, die selbst mit den Folgen nicht leben müssen?

Bedeutet das, dass diese Gelder in Wirklichkeit nicht aus Guthaben kommen, sondern dafür die Verschuldung steigt?

Bedeutet das, dass diese Gelder gerade jetzt fehlen, um dringend benötigte Unterkünfte zu bauen?

Bedeutet das, dass, wie in jedem Kölner Projekt der letzten Jahre, die Kosten zu niedrig kalkuliert, und der Nutzen zu hoch angesetzt wurde, um dieses Projekt vor den Bürgern verantworten zu können?

Bedeutet das, dass es den handelnden Politikern komplett egal ist, dass die Politikverdrossenheit der betroffenen Anwohner, wegen der mangelnden Einbeziehung ihrer Vorschläge, zunehmen wird?

Vielen Dank jetzt schon mal für Ihre Antwort. Mit freundlichen Grüßen

Hans-Peter H.


Am 13.01.2016 antwortet Hennig Roerig. Projektingenieur Nord-Süd Stadtbahn 3. Baustufe

Sehr geehrter Herr H.

Zu Ihrem Schreiben vom 20.12.2015 (per Email) möchten wir wie folgt Stellung nehmen. Der Rat der Stadt Köln hat den Bau der 3. Baustufe der Nord-Süd Stadtbahn in der Sitzung vom 23.06.2015 beschlossen. Der Planfeststellungsbeschluss der Bezirksregierung Köln wird voraussichtlich in den nächsten Tagen erfolgen, die Offenlage des Beschlusses wird im Vorfeld bekannt gemacht. Sobald der Beschluss rechtskräftig wird, soll mit der Umsetzung der Maßnahme begonnen werden.

Die Nord-Süd Stadtbahn bringt nicht nur für die Pendler, die von außerhalb in das Kölner Stadtgebiet pendeln Vorteile, sie stellt auch für die Anwohner im Einzugsbereich (inkl. Bonner Straße) ein attraktives ÖPNV-Angebot dar. Zur Sicherung der städtebaulichen Qualität wurde bereits im August 2010 das Büro StadtBahnGestaltung aus Zürich mit der Erstellung eines Straßenraumkonzeptes für die 3. Baustufe beauftragt. Unter dem Stichwort „Bonner Allee“ verfolgt dieses Konzept das Ziel, in der Bonner Straße einen Straßenraum mit gesteigerter Aufenthaltsqualität zu schaffen und die Stadtbahn inkl. der vier Haltestellen möglichst schonend in den Straßenraum zu integrieren. Der besondere Bahnkörper wird als begrüntes Rasengleis ausgebildet. Das Gestaltungskonzept wurde in allen folgenden Planungsphasen als Grundlage berücksichtigt.

Aus der Parkraumuntersuchung, die Bestandteil der eingereichten Planfeststellungsunterlagen war, geht hervor, dass das Parkraumdefizit im südlichen Abschnitt der Bonner Straße (Verteilerkreis bis Gürtel) durch freie Potentiale in den Nebenstraßen und durch die Verlagerung in angrenzende Teilgebiete vollständig kompensiert werden kann. Im nördlichen Abschnitt (Gürtel bis Schönhauser Straße) ist dies leider nicht der Fall. Auch hier sind zwar ungenutzte Potentiale vorhanden (teilweise Leerstand in privaten Tiefgaragen), in die sich bei Verringerung des Parkraumangebotes Parkvorgänge verlagern werden, darüber hinaus müssen aber weitere Maßnahmen verfolgt werden. Die Bezirksvertretung Rodenkirchen (BV2) hat mit Beschluss vom 07.12.2015 die Verwaltung beauftragt, ein geeignetes Konzept zur Verbesserung der Parkraumsituation in diesem Bereich zu erarbeiten. Ziel ist u. a. die Bevorrechtigung von Anwohnern gegenüber „Fremdparkern“. Zur Umsetzung der Maßnahmen ist ein weiterer Beschluss der BV2 notwendig, der nach Erstellung des Konzeptes eingeholt werden soll.

Dass Straßenraumbepflanzung - insbesondere Bäume - die Luftqualität verbessern wird nicht bestritten. Der überwiegende Anteil der auf der Bonner Straße vorhandenen Straßenbäume kann allerdings aufgrund der neuen Aufteilung des Straßenraumes leider nicht erhalten werden. Gemäß des Landschaftspflegerischen Begleitplans (aktualisierter Stand 21.07.2015) werden für die Maßnahme der 3. Baustufe 233 Bäume gefällt. Zur Kompensation werden aber insgesamt 384 Bäume neu gepflanzt, davon 222 an der Bonner Straße. Außerdem wirkt sich die Ausbildung der Stadtbahntrasse als Rasengleis ebenfalls positiv auf das Mikroklima aus.

Die Maßnahme leistet einen bedeutenden Beitrag zum Ausbau des ÖPNV-Angebotes, der die Grundlage für eine zunehmende Verlagerung vom motorisierten Individualverkehr (MIV) auf den ÖPNV darstellt. Durch die Erhöhung des ÖPNV-Anteils gegenüber dem MIV-Anteil können Schall- und Abgasemissionen im Verhältnis reduziert werden. Ohne Umsetzung der Maßnahme der 3. Baustufe würde es aufgrund der Aufsiedlungen im Kölner Süden zu einer erheblichen Zunahme des MIV-Aufkommens kommen. Diese Zunahme wird durch die Nord-Süd Stadtbahn nahezu vollständig kompensiert. Vergangene, vergleichbare Streckenergänzungen wie z. B. die KVB Linie 1 haben gezeigt, dass nach kurzer Zeit der prognostizierte positive Effekt auf den Verkehr und damit auch auf die Umwelt sogar übertroffen werden konnten.

Der Kosten-Nutzen-Faktor der Maßnahme Nord-Süd Stadtbahn wurde mittels der Standardisierten Bewertung ermittelt. Hierbei handelt es sich um ein vorgeschriebenes und genau definiertes Verfahren zur gesamtwirtschaftlichen Kosten-Nutzen Untersuchung von ÖPNV-Projekten in Deutschland. Es ermöglicht eine vergleichbare Bewertung verschiedener Projekte nach einheitlichen Maßstäben, um öffentliche Fördermittel vor allem des Bundes nach Förderwürdigkeit zu verteilen. Da der Nutzen die Kosten überwiegt wurde die Förderfähigkeit durch Land und Bundes anerkannt.

Mit freundlichen Grüßen Im Auftrag Henning Röhrig


Hans Peter H. antwortet dem Projektingenieur Nord-Süd Stadtbahn 3. Baustufe am 15. Januar 2016

Sehr geehrter Herr Röhrig

vielen Dank für Ihre Antwort.

Zu Ihren genannten Vorteilen für die Anwohner fallen mir auch einige ein.

Ich schrieb Ihnen in meiner ersten mail ,dass ich gegenüber eine Tiefgarage habe.

Die wird wohl durch die zeitgleiche sehr weitläufige Luxusbebauung auf dem Gelände wegfallen. Bin gespannt wie sich die gleichzeitig durchgeführten Baumaßnahmen auf den Verkehr auswirken.

Dort stehen geschätzt 25 zusätzliche PKW.

Ich habe mir die Mühe gemacht und bin von meiner Wohnung in die angrenzenden Wohngebiete gefahren und habe den nächsten Parkplatz in genau 300 Metern gefunden.

Zur Zeit fahren die anderen Besitzer der auf der Bonner Str. abgestellten PKW noch nicht in die angrenzenden Wohngebiete. D.h. in Zukunft werden die nächsten freien Plätze auch mal in 400 - 500 Meter Entfernung zu finden sein. Vorteil für die Anwohner: sie tun etwas für ihre Kondition.

Jetzt stellen Sie sich vor der handelsübliche Anwohner möchte z.B. einkaufen gehen. Z.B. einen Wasserkasten. Das sieht so aus: er trägt den leeren Kasten 500 Meter zum Auto, eine halbe Stunde später trägt er, oder sie, den vollen Wasserkasten und 1 bis 2 Einkaufstüten 500 Meter zur Wohnung.

Gestern Abend hat es, wie Sie sicher wissen, ordentlich geregnet und gestürmt. Vorteil für die Anwohner: sie trainieren ihre Muskulatur und tun etwas für ihr Immunsystem.

Dazu meine Frage an Sie: wie würden Sie in der Situation verfahren? In der 1. Reihe verbotenerweise vor dem Haus parken? Das dauert, wenn man die Einkäufe in die 4.Etage trägt. Oder dort wo die Straße einspurig wird komplett blockieren?

im Berufsverkehr gibt das einen netten Stau und viele freundliche Grüße der wartenden Autofahrer. Sie können gerne mal zusehen was passiert wenn schon nur DHL UND UPS dort halten. Vorteil für die Anwohner: neue soziale Kontakte.

Und das Wissen, dass mit den Gebühren für einen evt. Strafzettel die Stadt unterstützt wird.

Vorteil für Frauen, die in der dunklen Gegend allein unterwegs sind: sie lernen mit ihrer Angst umzugehen und evt schnell zu laufen. Wobei es dann angeraten wäre die Tüten und Wasserkästen in der Dunkelheit alleine zurückzulassen. Probieren Sie und Ihre Kolleginnen und die genialen Planer aus Zürich das Ganze doch mal auf einem Sportplatz mit einer 400 Meter Bahn aus.

Also erst mal den leeren Kasten einmal um den Platz tragen. Dann dürfen Sie eine halbe Stunde Pause machen. Dann tragen Sie 1-2 Einkaufstüten und den vollen Kasten um den Platz. Bei Regen an den Schirm denken.

Vielleicht bitten Sie noch Ihre betagten Eltern dazu, weil auch solche Menschen gibt es an der Bonner Straße.Vorteil für ältere Menschen: sie trainieren mit einer Tüte in der einen Hand und einem Wasserkasten, bzw einer 2. Tüte in der anderen Hand ihren Gleichgewichtssinn.

Sie wissen ja, in dem Alter ist die Gefahr von Oberschenkelhalsbrüchen nicht von der Hand zu weisen, und man könnte damit die erheblichen Kosten, die die Operationen ansonsten verursachen würden einsparen. Riesenkostenvorteil für die Krankenkassen.

Bitte teilen Sie mir mit wann und wo die Challenge stattfindet, damit ich von Ihnen lernen kann.

Die Anwohner zwischen Gürtel und Schönhauser haben den Vorteil bei zwangsweiser Nutzung einer Tiefgarage, die ja in der Gegend Plätze in großen Mengen zur Verfügung stellen , in Zukunft ca 80 - 100 Euro Mietkosten zu zahlen. Er muss sich nicht mehr das Hirn zermartern wofür er das Geld denn sonst noch ausgeben könnte. Vorteil für die Geschäfte in dem Gebiet: sie verdienen pro Monat je Tiefgaragennutzer 80 Euro weniger.

Richtig gut geplant ist die Reihenfolge: Man baut eine Bahn und mit den Konsequenzen, keine Parkplätze, beschäftigt man sich danach.

Ich persönlich habe einen sehr großen Vorteil, weil ich eine preiswerte Wohnung gegen eine durch die bekanntermaßen etwas gestiegenen Mieten deutlich teurere Wohnung tauschen muss.

Der Rad- oder Bahnfahrende Nachmieter hat auch einen Vorteil, weil die Miete in meiner jetzigen Wohnung, weiß ich aus Erfahrung, auch deutlich angehoben wird.

Woher wissen Sie denn ganz genau, dass die zukünftigen Nutzer der Bahn nicht in das Parkhaus fahren, sondern die angrenzenden Wohngebiete zum Abstellen der PkW nutzen? Werden denn die mit Vorteilen gesegneten Anwohner in Marienburg durch Anwohnerausweise ihre große Menge an Plätzen freihalten können?

Bzw. was passiert, wenn die unbedingt bahnfahrenwollenden Autofahrer im Parkhaus keinen Platz mehr finden?

Sie erwähnen, dass die Anwohner ein attraktives ÖPNV Angebot erhalten.

Wer so masochistisch ist mit der KVB zu fahren, der verlängert sein Vergnügen gerne wenn er 1 mal vom Bus in die Bahn umsteigt.

Der Stellungnahme der NABIS kann ich entnehmen, dass die Meinung der Bürger, wenn überhaupt, minimal berücksichtigt wurde. Ich bin sicher, dass bei einer Abfrage die Gegner in der Überzahl wären.

Vorteil für die Wahlhelfer bei der nächsten Kommunalwahl; sie müssen die Stimmen der nicht mehr wählenden der mit vielen Vorteilen beschenkten Anwohner nicht mehr zählen, bzw. die Stimmen gehen an komische Parteien, die dann auch einen Vorteil haben.

Mir fallen noch einige Vorteile ein, allerdings nicht für die Anwohner.

Die Genies aus Zürich und die Bauunternehmen verdienen richtig viel Geld mit der Maßnahme. Wer noch? keine Ahnung. Vorteil für Herrn Schäuble: er muss sich nicht mehr um die Zins Anlage der Bundeszuschüsse kümmern. Er hat also mehr Zeit für seine Familie.

Was die Kalkulation der Gesamtkosten angeht bin ich nach wie vor überzeugt, dass die in keinem gesunden Verhältnis zu den Vorteilen stehen, und wie immer in Köln, deutlich überschritten werden. Werden wir das Projekt früher oder später im Bericht des Bundesrechnungshofes als gigantische Geldverschwendung wiederfinden? Ist der im Vorfeld darüber informiert?

Wenn nicht, erkläre ich mich gerne bereit das für Sie zu übernehmen. Zur Erinnerung: 85.000.000 für 2,1 Km Bahnstrecke, für 1.300 weniger PKW am Tag , die die Bonner Str. angeblich nicht mehr befahren, bei 30.000 gleich 4,9 Prozent, abgerissene Häuser, 300 abgesägte Bäume. Meine Enkel werden es vielleicht noch erleben, den Witzersatz in der Größe zu sehen, die die jetzigen Bäume haben.

Und Sie erfahren von einem täglichen Parkchaos,weil Sie keinen Ersatz finden werden. Ich befürchte, dass Sie leider keinen der vielen Vorteile genießen dürfen, da Sie nicht Anwohner sind.

Oder Sie hoffen, dass die Autofahrer wegziehen, um Radfahrern Platz zu machen, bzw neuen Bahnfahrern, die die KVB retten sollen? Ob die aber dann die gewaltig steigenden Mieten bei Mieterwechsel bezahlen können?

Wie hoch sind eigentlich die jährlichen Kosten für die Rasenpflege auf den Gleisen, schneiden, Unkraut ausreißen?

Also, ich freue mich jetzt schon darauf Sie, Ihre Kolleginnen, die Sie immer so nett auf dem Laufenden halten, die Superstrategen aus Zürich, und einige freiwillige Senioren auf einem Sportplatz Ihrer Wahl kennenzulernen.

Denken Sie bitte an ausreichend leere und volle Wasserkästen, volle Einkaufstüten und die Regenschirme. Die Damen tragen bitte Rock und Pumps, wegen des evt. schnellen Laufens. Für die älteren Herrschaften gibt es keine Rollatoren. Für die Stadtbaukünstler aus Zürich gibt es keine Bedienstete, die ihnen, wie ansonsten, die Einkäufe in ihr Züricher Loft schleppen. Natürlich ist Flutlicht nicht erlaubt. Der Test sollte schon unter realistischen Bedingungen stattfinden.

Ach so, die Realpolitiker aus dem Stadtrat, der ja sich ja bekanntermaßen zu großen Teilen, aus Personen des öffentlichen Dienstes rekrutiert, sind selbstverständlich auch zur Teilnahme eingeladen.

Angeraten wäre also, um Ihnen den Aufwand zu mindern, in der Einladung die mitzubringenden Wasserkästen, vollen Einkaufstüten und Schirme zu erwähnen, die selbst mitzubringen sind. Man könnte ein richtig schönes Event daraus machen, mit Beteiligung des KStA, der die Maßnahme so fürsprechend begleitet.

Meine Antwort ist jetzt doch etwas humoristischer ausgefallen, als ursprünglich beabsichtigt, aber Sie haben damit angefangen.

Mit freundlichen Grüßen Hans-Peter H.

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