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Die Radeberger Brache - Naturparadies in Kleinformat

Die Raderberger Brache muss erhalten und verteidigt werden

Ungelenkte Natur hat in der Großstadt sicherlich Seltenheitswert. Die Stadt Köln ist eine der wenigen großen Städte, die in der Nähe der Südstadt noch über eine Art Wildnis verfügt. Das Raderberger Gelände ist eine der größten städtischen Brachflächen. Merkmal dieser Fläche ist es das sie keiner intensiven Nutzung oder Pflege unterliegen, folglich können bestimmt Artengefüge und Lebensgemeinschaften völlig spontan zusammen finden.Die Artenvielfalt ist relativ hoch. Nachzulesen im »Kölner Naturführer - Wege zur Natur in der Großstadt«.

Karte der Brache
Die Radeberger Brache grenzt in nordwestlicher Richtung an
den Großmarkt, in südlicher und westlicher Richtung
an den Vorgebirgspark. Nur in nördlicher Richtung grenzt
das Gelände an die Vorgebirgsstraße, nähe Volksgarten.

Unserer Lebens­raum in und um die Stadt herum wird immer mehr ver­dichtet. Je mehr Leute und Autos, desto wichtiger werden grüne oder gar wilde Aus­weich­zonen in der Stadt - sowie jeder einzelner schatten- und luft­spendender Baum. Wir wollen eine rücksichts­vollere Verkehrs- und Bau­politik, die der Ver­antwortung für den Schutz von vor­handenem Grün - ob wilden Flächen, Parks, Alleen, oder einzelnen Bäumen - gerecht wird. Vor allem aber fordern wir den Erhalt der verbliebenen Rader­berger Brache. Sie ist zwar offiziell als geschützte Landschaft ausgeschildert, dieser Schutz kann jedoch jederzeit für Bau­projekte der Stadt außer Kraft gesetzt werden, wie der Aus­bau des Bischofs­weg zeigte.

Wir möchten das öffentliche Interesse für eine langfristige Erhaltung der Raderberger Brache wecken. In diesem schönen wilden Kleinod (ca. 7 Hektar groß) mitten in Köln können Sie eine Vielfalt von Schmetterlingen, Vögel, Pflanzen und Bäume beobachten. Hier leben Igel, Specht, Fuchs und Fledermaus. Hier wachsen Rosskastanien, Linden und Birken sowie Apfel-, Walnuss- und Pflaumenbäume - und noch viel mehr. Siehe auch die Seite Fotos der Brache. Mehr Information zu den besonderen Pflanzenarten der Brache gibt es in dem Auszug aus dem Kölner Naturführer (siehe unten).

Ein Besuch der Brache ist ein Ausflug in die Natur - mitten in der Stadt. Kinder sowie Erwachsene können sich hier entspannen und viel entdecken. Liebe Eltern - hier können Ihre Kinder der Natur näher kommen. Liebe Lehrer - hier kann Wissen spannend erlebt und erlernt werden (z.B. Naturkunde, Biologie, Erlebnispädagogik oder etwa Natur zeichnen). Wir geben regelmässig pflanzenkundliche Führungen durch die Brache. Sie sind herzlich eingeladen!

Blume mit Schmetterling
Und hier noch viele weitere
Fotos der Brache!

Die Brache muss gepflegt werden, sonst überwuchert und vermüllt sie. Wir haben einen Pflegeplan für die Radeberger Brache erstellt. Im Frühjahr 2005 gab es die erste grosse Aufräumaktion. Die Kölner Rundschau vom 4.8.2005 berichtet über NaBiS und unseren Einsatz für die Brache: Einsatz für das Eisenkraut. Ein Pflegeplan soll auch mit dem Grünflächenamt erarbeitet werden. Hier Bilder der Müllaktionen in der Brache 2007 und 2008. Es gibt noch viel zu tun - wir freuen uns über alle, die mitmachen wollen.

Trotz der Unterschutzstellung gibt es einen Druck die Brache zu verplanen oder zu bebauen. Trotz des Wildnis-Charakters muss das Gelände minimal gepflegt werden.

Es gibt folgende Probleme:

  1. Die artenreiche Magerwiese ist durch Stickstoff-Eintrag über die Luft (Autoabgase) und Hundekot bedroht.
  2. Brombeeren und der japanische Knöterich drohen alles zu überwuchern. Früher wurde die Brache im Aufrag des Grünflächenamtes ab und zu gemäht - heute fällt das ganz weg!
  3. Sämtliche Grünflächen werden oft als Müllkippen benutzt. So auch hier!
  4. Stadt Köln plant den unmittelbar angrenzenden Großmarkt zu verlegen, um auf dem frei werdenen Gelände eine Spielwiese für die Baukonzerne zu schaffen. Die Radeberger Brache wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch davon betroffen sein.
  5. Bautätigkeiten. Noch steht die Raderberger Brache unter Schutz (unter Schutz stehender Landschaftsbestandteil). Die Stadt Köln hatte trotzdem im Jahre 2004 keine Skrupel durch das Gelände eine Erschließungsstraße bauen zu lassen (Bischofsweg). Siehe damaliges Flugblatt.
  6. Nur wir selber - die Anwohner, Bürger und Naturschützer - sind der Garant dafür das die Raderberger Brache bleibt.

Die Stadt Köln könnte dem Aufruf der Internationalen Umweltkonferenz (Juni 2005) zur Grünen Stadt folgen und ein öffentliches Bekenntnis zu dieser wilden Oase abgeben, als traditionsreiches und erhaltenswertes Grüngut innerhalb der Stadt. Die Brache könnte mit ihren Wildblumen und Schmetterlingen offiziell als Schmetterlingswiese ausgezeichnet werden. Sie ist ein vielfältiger Erholungsort für Mensch und Tier, und wird auch als Naturerfahrungsraum für Stadtkinder geschätzt.

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